Die Feuerwehren stehen durch die Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen – Ausbildungen können derzeit nur online stattfinden. Seit mehr als sechs Monaten muss die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen auf Kreis- ebene ausgesetzt werden. Da die Feuerwehren einen wichtigen Teil der alltäglichen Gefahrenabwehr darstellen und somit zur gefährdeten Infrastruktur gehören, gibt es strenge Vorgaben. In den Feuerwehrhäusern treffen dürfen sich die Kameraden aktuell nicht, Ausnahmen dürfen nur für Einsätze oder Arbeiten, die für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft notwendig sind, gemacht werden.

„Onlinemeetings sind in allen Bereichen fester Bestandteil unserer Tagesordnung. Viele Feuerwehren haben bereits damit begonnen sich regelmäßig zu Ausbildungszwecken online zu treffen, um für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein.“, so der Kreisbrandinspektor Adrian Vogler. Lehrgänge auf Kreisebene konnten bislang noch nicht digital stattfinden, weshalb die Kooperationspartner der Ausbildungsgemeinschaft „AuGe“ (Kreisfeuerwehrverband Fulda, Feuerwehr der Stadt Fulda und Landkreis Fulda) erstmalig ein Konzept für einen Onlinesprechfunklehrgang erarbeiteten. Um die Ausbildung möglichst angenehm für Ausbilder und Teilnehmer zu gestalten, machte es sich der Kreisfeuerwehrverband Fulda zur Aufgabe ein eigenes Videostudio zu beschaffen. Dieses ermöglicht eine Liveausbildung direkt vom Schulungsraum der Konrad-Adenauer-Schule nach Hause auf die Bildschirme der Teilnehmer. In diesem Zusammenhang beantragte der Kreisfeuerwehrverband bei der Hessischen Staatskanzlei eine Förderung durch das Programm „Gemeinsam Aktiv – Bürgerengagement in Hessen“. Hierfür wurde ein umfangreiches Konzept sowie eine Kostenaufstellung erstellt, welches den Chef der Hessischen Staatskanzlei und Staatsminister Axel Wintermeyer über- zeugte, das Projekt „Feuerwehrausbildung 2.0“ mit einer Förderung zu unterstützen.

„Die Ausbildung unserer Einsatzkräfte, insbesondere auf Landkreisebene, ist von großer Bedeutung. Das Videostudio kann vielfältig für Ausbildungsveranstaltungen genutzt werden und ermöglicht eine professionelle Übertragung. Allein im letzten Jahr mussten 26 von 46 geplanten Lehrgängen, Seminaren und Workshops ausfallen. In den nächsten Jahren wird dies uns und die Feuerwehren vor große Herausforderungen stellen. Dem müssen wir dringend entgegenwirken! “, erklärte der KFV-Geschäftsführer Jason Freeman. In den vergangenen Wochen fanden bereits zwei Onlinesprechfunklehrgänge auf Kreis- ebene statt. 31 Feuerwehrangehörige erlangten hierbei die Berechtigung, während ihrer Tätigkeit in der Feuerwehr, am Sprechfunkverkehr der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben teilzunehmen. So können sie nun im Einsatz mit der Leitstelle oder anderen Einheiten kommunizieren. Für die nächsten Wochen sind weitere verschiedene Onlineausbildungen für die Feuerwehrangehörigen in der Region Fulda geplant. +++

Fotos: Kreisfeuerwehrverband Fulda