Nahezu anderthalb Jahre nach dem ursprünglichen Termin konnte die Freiwillige Feuerwehr Rothemann ihr Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) nun auch offiziell in Dienst stellen und es mit dem kirchlichen Segen versehen lassen. Ende Januar 2020 hat eine Abordnung der Feuerwehr das Fahrzeug im Werk des Herstellers in Luckenwalde bei Berlin abholen und in seine neue Heimat überführen können. Ursprünglich sollte die Weihe und offizielle Übergabe im April 2020 stattfinden, dieser Termin konnte aufgrund der Pandemie allerdings nicht gehalten werden und wurde nun mit geladenen Gästen aus Politik, den kirchlichen Würdenträgern und Vertretern von befreundeten Wehren, sowie der anderen Ortsteilfeuerwehren in feierlichem Rahmen am Bürgerzentrum nachgeholt.
Für Bürgermeister Johannes Rothmund war es die erste Indienststellung eines Feuerwehrfahrzeugs in seiner Amtszeit. In seiner Rede betonte er, dass das Fahrzeug nicht für die Feuerwehr angeschafft wurde, sondern für die Bürgerschaft der Gemeinde Eichenzell, um zügig, wirkungsvoll und zeitgemäß Hilfe leisten zu können. Allerdings ist ein Fahrzeug ohne die, die es bedienen und damit umgehen können, nichts wert. Angesichts dessen, freute er sich besonders über viele junge Einsatzkräfte, die bereit seien, diese Verantwortung zu übernehmen.

Die kirchliche Segnung nahmen Pfarrer Michael Rother und Pfarrer Edwin Rüder vor. Pfarrer Rother nannte die Feuerwehr auch im Sinne der Gemeinschaft eine unverzichtbare Institution, Pfarrer Röder bezeichnete die Einsatzkräfte als „Herz des neuen Wagens“ und betonte, wie wichtig es gerade bei der Feuerwehr sei, dass sich die Feuerwehrleute aufeinander verlassen können.
Wehrführer Raphael Baumann ging in seiner Rede auf den Verlauf der Beschaffung des Fahrzeugs im Wert von knapp 366.000 Euro ein, dessen Planungsphase schon lange vor der Auftragsvergabe im Juni 2018 begann. Er zeigte sich erfreut über den technischen Fortschritt, der mit der Indienststellung des Fahrzeugs Einzug gehalten hat und gab einen Einblick über die Leistungsdaten und die technische Ausstattung. So verfügt das HLF, welches er als „Werkzeugkiste für fast jeden Einsatz“ bezeichnete, neben der Beladung zur Brandbekämpfung, nun auch über eine sehr umfangreiche Beladung zur technischen Hilfeleistung. Er dankte allen an der Beschaffung beteiligten Personen, besonders der Gemeindeverwaltung und den politischen Gremien der Gemeinde Eichenzell für deren Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Auch Baumann betonte, dass es kein neues Fahrzeug für die Feuerwehr, sondern für die Bürger der Gemeinde sei, wenn sie Hilfe benötigen.
Joachim Bohl überbrachte die Grüße und Glückwunsche aller Fraktionen der Gemeindevertretung und bezeichnete die Investition nicht nur als angemessen und richtig, sondern auch als notwendig. Er hoffe, dass das neue Fahrzeug den Feuerwehrleuten nicht nur Spaß bei ihrer Arbeit bringt und die Erwartungen erfüllt, sondern vielleicht auch dazu beiträgt, neue Einsatzkräfte zu gewinnen. Abschließend wünschte Bohl eine stets gesunde Rückkehr von den Einsätzen.

Der Landtagsabgeordnete Markus Meysner bekannte sich dazu, selbst mit dem Feuerwehr-Virus infiziert zu sein. Es sei aber nicht nur schön und motivierend ein neues Fahrzeug dieser Kategorie zu bekommen, sondern es bedeute auch, dass viel Arbeit und Zeit in die Ausbildung mit den neuen Gerätschaften investiert werden müsse, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Er appellierte dazu, der Bevölkerung zu vermitteln, dass es nicht nur Freude bereitet mit der Technik umzugehen, sondern wie wichtig es sei, dass man im Notfall den Bürgerinnen und Bürgern helfend zur Seite stehen könne. Die symbolische Schlüsselübergabe fand zwischen Bürgermeister Johannes Rothmund und Wehrführer Raphael Baumann statt. Auch Kreisbrandinspektor Adrian Vogler beglückwünschte die Rothemann zur Indienststellung des ersten HLF 10 im Landkreis Fulda. Er ging auch auf die Herausforderungen ein, die Corona für die Feuerwehren mit sich brachte. Dies bedeutete im Falle des neuen Fahrzeugs, dass viele Schulungen zur Technik online stattfinden mussten. Dies wurde aber sehr gut gelöst. Bernd Schädel überbrachte die Glückwünsche des Kreisfeuerwehrverbandes und betonte ebenso, dass ein neues Fahrzeug nicht nur Grund zur Freude sei, sondern auch viel Arbeit in der Ausbildung bedeute.

Der Vorsitzende der CWE-Fraktion, Alfons Schäfer beglückwünschte die Feuerwehr ebenso zur Indienststellung des neuen Fahrzeugs, welches zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger beiträgt. Aufgrund immer neuer Herausforderungen, denen sich die Feuerwehren stellen müssen, war es dringend erforderlich, die in die Jahre gekommene alte Technik zu ersetzen. Auch im kulturellen Bereich seien die Feuerwehren ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft. Schäfer konnte der Jugendwartin Susi Baier im Rahmen der Veranstaltung eine Spende eines Mitbürgers für die Jugendarbeit überreichen. Ortsvorsteher Oskar Kanne bezeichnete die Übergabe des neuen Fahrzeugs durch dessen wesentlich bessere Ausstattung im Hinblick auf Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung als großen und wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr und des Ortes. Auch er dankte allen Beteiligten und wünschte den Kameradinnen und Kameraden einen stets unfallfreien Umgang mit dem neuen Fahrzeug. +++ pm